STANDPUNKT_2015

Injektprint auf MDF

2-tlg., 90 x 90 cm, 45 x 45 cm



„Ich befinde mich hier“ antwortet mehr oder weniger der Stadtplan mit einem roten Punkt inmitten von Unmengen unterschiedlicher Zeichen, Linien und Wörtern auf den im öffentlichen Raum aufgestellten Hinweistafeln. Was sagen wir und was meinen wir in Wirklichkeit? Der Standort beschreibt eine direkte räumliche Position auf der Erde und die Lage in einem Bezugssystem durch geographische Koordinaten (mehr Text ↴  siehe unten).

Ausstellungsansicht:
Rundgang 2015,
Universität Siegen

„Ich befinde mich hier“ antwortet mehr oder weniger der Stadtplan mit einem roten Punkt inmitten von Unmengen unterschiedlicher Zeichen, Linien und Wörtern auf den im öffentlichen Raum aufgestellten Hinweistafeln. Was sagen wir und was meinen wir in Wirklichkeit? Der Standort beschreibt die unmittelbare räumliche Position auf der Erde und die Lage in einem Bezugssystem durch geographische Koordinaten. Es entsteht eine Überlagerung der Verortung. Auf der Suche nach dem Standort tippt man gleichzeitig auf diesen Punkt, der mit jedem Fingerzeig allmählich verschwindet. Die Oberfläche nutzt sich ab, die Farbe verflüchtigt sich – ein Massenphänomen und Nebenprodukt; unbewusst entstanden durch einige hundert Menschen. Die instinktive Geste wirkt der eigentlichen Suche nach Orientierung genau entgegen. Das Entscheidende fehlt. Der Erkenntnisgewinn wird durchkreuzt. Das Orientierungssystem ist überlastet, error, unverfügbar und unlesbar wie meine große Fotografie eines Standpunktes veranschaulicht: feine Linien und eine Spur von Farbe bleiben als Sediment des Abriebs übrig.

 

Text + Fotos: Kai Gieseler