SICHTFELD (HOCHSITZ)_2014
(Vorderer Wurmberg + Lieschen Müller)

 

2 Fotobücher, Injektprints

je 10-tlg., 13,5 x 9 cm,


Die Fotobücher SICHTFELD (HOCHSITZ) bilden das Sichtfeld eines Jägers zu üblichen Jagdzeiten (5-9 Uhr, 11-13 Uhr, 20-22 Uhr) in den Sommermonaten auf einem Hochsitz ab. Diese auch zuweilen kontemplative „Aussicht“ ist gleichermaßen der Blick nach draußen in die Natur und im übertragenen Sinn auch der in die Zukunft, nämlich die Aussicht bzw. Hoffnung auf ein waidgerechtes Erlegen von Wild.  Diese konzeptionellen Fotografien halten die Lichtsituation zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten mit all seinen Farben,  Facetten und der unmittelbaren Atmosphäre fest. Es sind Ausschnitte und Ansichten einer sich wiederholenden Szene, einem eingefrorenen Standbild, in deren Mittelpunkt die Natur, die heimische Landschaft und ein Reh stehen (mehr Text ↴  siehe unten).

Fotobuch Vorderer Wurmberg_2014

Vorderseite

Rückseite

Fotobuch Lieschen Müller_2014

Vorderseite

Rückseite

Die Fotobücher SICHTFELD (HOCHSITZ) bilden das Sichtfeld eines Jägers zu üblichen Jagdzeiten (5-9 Uhr, 11-13 Uhr, 20-22 Uhr) in den Sommermonaten auf einem Hochsitz ab. Ein Hochsitz ist eine kompakte, zweckdienliche Ansitzeinrichtung, die abhängig von der Bauweise, den Materialien und der jagdlichen Verwendung und Ausstattung aus einer raumfüllenden Sitzbank besteht. Diese meist erhöhte Position ermöglicht das abgeschirmte Beobachten des Wildes sowie die selektive Jagdausübung. Parameter wie Windrichtung, Kugelfang und Flugbahn der Geschosse und Geländetopografie bestimmen den genauen Standort des Hochsitzes, definieren schlussendlich die Fensteröffnungen und damit das konkrete Sicht- und Schussfeld bei den meist mehrstündigen Ansitzen. Genau diese konstanten Sichtfelder auf Natur und Wild von den Hochsitzen mit den Namen „Lieschen Müller“ und „Vorderer Wurmberg“ mit drei und vier Fensteröffnungen zeigen die Fotobücher. 

Von diesem fixen Standpunkt aus wird die Landschaft intensiv, aufmerksam und erwartungsvoll beäugt. Jede Veränderung und Bewegung kann wahrgenommen werden und vermeintlich entdeckte Wildkörper entpuppen sich nicht selten beim prüfenden Blick durchs Fernglas als Illusion. Diese auch zuweilen kontemplative „Aussicht“ ist gleichermaßen der Blick nach draußen in die Natur und im übertragenen Sinn auch der in die Zukunft, nämlich die Aussicht bzw. Hoffnung auf ein waidgerechtes Erlegen von Wild. Die Aussicht als Blick auf und in die (ferne) Landschaft und deren Wahrnehmung gilt als häufiges Motiv in der Literatur und Malerei zur Zeit der deutschen Romantik. Aber auch Merkmale des Impressionismus finden sich in den konzeptionellen Fotografien, die die Lichtsituation zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten mit all seinen Farben und Facetten, in seiner unmittelbaren Atmosphäre festhalten. Es sind Ausschnitte und Ansichten einer sich wiederholenden Szene, ein eingefrorenes Standbild und im Mittelpunkt stehen Natur, heimische Landschaft und ein Reh!

 

 

 Text + Fotos: Kai Gieseler